Opening Keynote Servus KI! Festival


Foto: Virginia Munzke

Am 28. September 2018 fand in Nürnberg das Servus KI! Festival statt. 200 Teilnehmer und 16 Speaker von IBM, Siemens, Microsoft, Fraunhofer, diversen Universitäten und Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz diskutierten einen Tag lang in Vorträgen und Workshops über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz.

 

Ich hatte die Ehre, die Opening Keynote zu dieser Veranstaltung unter dem Titel „Führt uns Künstliche Intelligenz in ein Paradies oder in einen Alptraum“ zu halten.

Paradiesische Zustände

Es ging um die Frage, ob uns KI tatsächlich in eine paradiesische Zukunft versetzt, in der alle Menschheitsprobleme mithilfe von intelligenten Algorithmen gelöst werden können? Ein Paradies, in dem wir uns dem gepflegten Müßiggang hingeben können, während Robotersklaven gesteuert von einer allwissenden KI für unser Wohlbefinden und relative Unsterblichkeit sorgen?

Bedrohung der Menschheit

Andererseits warnen uns nicht nur Hollywood-Dystopien wie Terminator oder Matrix, sondern auch Experten wie Stephen Hawking, Bill Gates oder selbst Elon Musk vor der Gefahr, dass eine KI, die Intelligenz von uns Menschen übersteigen könnte. Und würde diese technologische Singularität erreicht, würden Maschinen noch bessere Maschinen bauen können als wir Menschen. Die erste ultraintelligente Maschine wäre also die letzte Erfindung, die der Mensch zu machen hat und würde somit das Ende menschlicher Vorherrschaft bedeuten.

Die Bedrohung im Faktencheck

So begeistert ich selbst von den Möglichkeiten der KI bin, so sehr kann diese bereits heute missbraucht werden. KI-Tools haben bereits 250 Jobs bei Zalando vernichtet, Google Duplex kann sich am Telefon als Mensch ausgeben, dank FindFace verlieren wir selbst in einer Menschenmenge unsere Anonymität und mithilfe von Deepfake Videos können den Führern unserer Welt hochgefährliche politische Botschaften in den Mund gelegt werden. Auch hilft KI heute schon den Superreichen noch viel reicher zu werden.

Die Grenzen der KI

Doch nicht alle Fähigkeiten von uns Menschen lassen sich beliebig durch KI ersetzen. Künstliche Neuronale Netze sind bei Routineaufgaben unendlich leistungsfähiger als wir Menschen, doch gibt es keine Möglichkeit, mit ihnen echte Empathie, Kreativität und Intuition zu erzeugen. Und für die Entwicklung bahnbrechender Erfindungen werden gerade Kreativität und Intuition benötigt. Und damit eine KI auf die Idee kommt, uns Menschen zu beherrschen, muss sie erst einmal in der Lage sein, Ideen zu kreieren.

Fazit der Keynote

Künstliche Intelligenz wird uns viele leidige Routineaufgaben abnehmen und helfen, den Mensch-Maschine-Dialog noch intuitiver zu gestalten. Komplexere, kreative und emotionale Aufgaben werden aber weiter in menschlicher Hand bleiben. Wie auch schon das Fließband und Industrieroboter wird auch die KI Arbeitsplätze vernichten, gleichzeitig werden mit ihr aber auch neue und meist attraktivere Jobs geschaffen. Und im Gegensatz zu Politikern und Lobbyisten hält sich eine KI an die ihr vorgegebenen Spielregeln – zumindest ist noch kein Schachprogramm bekannt, das versucht hat, seinen menschlichen Gegenspieler zu beschummeln.

Foto: Clemens Baron

Podiumsdiskussion und KI-TÜV

In der anschließenden Podiumsdiskussion haben wir uns ausführlich mit den ethischen Fragen Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Beispielsweise, welche Aufgaben wir einer KI übertragen würden. Immerhin müssen wir ihr bei der Fahrt in einem autonomen Fahrzeug unser Leben anvertrauen. Doch in einem waren wir uns einig, die Entscheidung über Leben und Tod, z.B. durch einen militärischen LARS, also einem Letalen Autonomen Roboter System, dürfen wir ihr auf keinen Fall übertragen. Letztendlich benötigen wir für Künstliche Intelligenz eine Art KI-TÜV der neutral überprüft, ob die in einer KI verwendeten Regeln auch wirklich unseren ethischen Vorgaben entsprechen. Und die ethischen Vorgaben müssen auf demokratischem Wege und nicht seitens der Industrie oder gar der Maschinen vorgegeben werden.

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